KLEINE WUNDER IN ATHEN (2009)

Marco 4. Juni 2011 0

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Das Leben des Athener Kioskbesitzers Stavros ist nicht grade von vielen Höhepunkten geprägt. Sein Alltag dreht sich um seinen schleppend laufenden Kiosk, seine Freunde und seine alte pflegebedürftige Mutter. Die kleinen Highlights, die ihm dieses Leben bietet, lassen ihn dennoch zufrieden sein. Stavros liebt Fußball, seine Freunde, seine Stadt, die Erinnerung an seine wilde Jugend und vor allem die Tatsache, dass er Grieche ist. Stavros und seine Freunde sind allerdings nicht nur harmlose Patrioten, sondern mehr oder weniger offene Rassisten. Sie dulden es nicht, dass etwa Albaner oder Chinesen in ihrer Nachbarschaft arbeiten und lassen es diese auch spüren. Die Welt scheint bis auf einige alltägliche Schwierigkeiten und die Ärgernisse mit “den Ausländern” jedoch in Ordnung zu sein.

Stavros Leben gerät erst aus den Fugen, als seine Mutter einen Schlaganfall erleidet. Obwohl sie sich erholt zu haben scheint, wird die Krankheit seiner Mutter Stavros Leben für immer verändern. Als er eines Mittags in die gemeinsame Wohnung kommt, sitzt seine Mutter mit einem albanischen Gastarbeiter am Esstisch. Als Stavros diesen aus der Wohnung werfen will, wird er von seiner Mutter zurechtgewiesen; auf Albanisch! Sie fordert ihn auf, sich an den Tisch zu setzen und zeigt ihm ein altes Foto. Dabei eröffnet sie ihm, dass der albanische Gastarbeiter sein älterer Bruder sei, der bei der Flucht aus Albanien verloren gegangen sei.

Der nationalistisch Grieche will diese Geschichte jedoch nicht wahrhaben und ignoriert seine Herkunft. Für Stavros bleibt alles zunächst beim Alten; er bleibt Grieche. Das Leugnen und die Verdrängung seiner Herkunft gelingt ihm jedoch nicht. Auch wenn für ihn alles beim Alten bleiben soll, hat sich sein Leben dennoch verändert. Seine Nachbarn und Freunde fangen an Stavros anders zu behandeln und ihn von nun an als einen “nicht echten Griechen” zu sehen.

Die Identitätskrise der griechischen Kioskbesitzers Stavros zeigt in unterhaltsamer und humorvoller Weise ein typisches Problem auf der Balkanhalbinsel. Der dort weitverbreitete teils institutionalisierte Nationalismus ignoriert die Heterogenität fast aller Nationen Südosteuropas. Kleine Wunder in Athen ist trotz seines ernsten Themas eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Komödie, die eine doch ernste Problematik mit einem kleinen Augenzwinkern beleuchtet.

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