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Lebenslang für beide: Der Fall Polanski

Seit einigen Tagen sitzt der polnisch-französische Regisseur Roman Polanski (76) schon in schweizerischer Abschiebehaft. Der Fall sorgt seit mehr als drei Jahrzehnten für Furore.Über die Hintergründe wurde in den Vergangenen Tagen hinreichend berichtet (auch hier). ich Möchte an dieser Stelle über die beiden Betroffenen Menschen sprechen.

Egomanen im Monsterland

Moderne Monster bleiben lieber anonym, denke ich. Und ich habe Beweise dafür, handfeste Beweise.

Denn neulich habe ich einen Film gesehen: einen Monster-Film. Im Gegensatz zu klassischen Filmen dieses Genres geht es aber kaum um das Monster. Es ist einfach da und macht Manhattan kaputt.

Warum es da ist, was es will, weshalb und woher es gekommen ist, das erfährt der Zuschauer nicht. Und die Protagonisten interessiert das, mit Verlaub, einen Scheiß.

Tote alte und neue Ikonen

Vor einer Woche war ich auf einer Party. Dort traf ich meine neue Nachbarin. Einige Minuten zuvor war Michael Jackson gestorben. Der DJ hatte davon im Radio gehört und informierte die Party-Gäste per Mikrofon darüber.

Jackson führte ein Leben als Pop-Ikone, das vermutlich, menschlich betrachtet, nicht sehr menschlich – und daher eher traurig war. Mein erster Gedanke nach der Todesnachricht war, dass ich älter werde.

Polnische Katholiken und verrückte Kaiser.

Schöne Körper, Heldenmut, eine bombastische Kulisse und jede Menge Massenszenen. Ein Aufwendiger Sandalenfilm bietet eigentlich alles, was ein unterhaltsamer Film bieten muss. Ben Hur, Quo Vadis, Cleopatra, und Gladiator sind nur einige der monumentalen Streifen, die Generationen von Kinobesuchern unterhalten haben.

Stadt und Sex und Serie

Wie das Kino aus Geldbörsen romantische Accessoires macht.
 
Wahnsinnige und neurotische Frauen haben jahrelang ihren Frust uns zugetragen und machten damit eine Riesen-Quote. Gut, dass das vorbei ist. Aber: Ist es wirklich vorbei? Nein. Es geht weiter. „Sex and the City – der Film“ zeigt in Deutschen Kinos, wie schlimm es wirklich steht um die Menschen. Und die Liebe. Ein Wutanfall.
 
Liebe ist Geld, Geld ist Liebe. Und Romantik ist, wenn man einen Geldbeutel aus echtem Leder hat – mit echten Schweißflecken der argentinischen Lederbörsennäher, die es für 2 Cent die Stunde machen. Wie romantisch.
 

Reden ist silber. Schweigen ist teuer.

Manchmal, man könnte auch schreiben zuweilen, man sollte schreiben zuweilen, weil das gesetzter klingt; zuweilen fragt man sich einfach nur: Warum. Man könnte auch schreiben: Weshalb. Das klingt intellektueller. Aber intellektuelle Fragen sind derzeit nicht en vogue. Will sagen: Sind nicht aktuell.
 
Nicht in der richtigen Vibration.
 
Denn die Vibration diktiert heuer den Ton.
 

Welten, Wellen, Wahnsinn

Was ist da los, fragt sich der kulturbeflissene Medienkonsument. Und dann schaudert er. Es ist nämlich ganz einfach: Welt wird wahnsinniger. Diese drei Ws sind mehr als ein Bekenntnis, sie sind auch eine Offenbarung. Im Welt-Wide-Web wird wunderbar deutlich, dass wir alle verrückt geworden sind. Oder zumindest wunderlich. Ein Klick auf den Kulturteil von Welt.de, schön, dass es in der Welt noch Kultur gibt, offenbart die gesamte traurige Wahrheit. Denn die Weltler machen ihren Kulturteil mit einem Artikel auf, der mit der wahrlich waghalsigen Überschrift „Mohammed, das Neue Testament und Rotkäppchen“ versehen wurde. Die Überunterschrift verkündet, worum es in dem Artikel eigentlich geht.
 

2. Akt

Ich schreibe nicht. Jemand, der während er diesen Text liest, fälschlicherweise den Eindruck bekommen sollte, der Schreiber dieser Zeilen hätte etwas geschrieben, irrt sich gewaltig. Denn: Ich mach es nicht mehr. Neee. Feierabend. Finito. Ultimo finito. Over. Out. Schicht im Schacht. Ende im Gelände. La Fin. Tout est bien qui finit bien.
 
Fein, wird sich da mancher denken, der noch jetzt auf der Intensivstation liegt, nachdem er „Coffee to go“ am Abgrund komplett gelesen hat. Ja ich weiß, dass das ein eigenwilliger Text war. Aber damit ist jetzt Schluss.

Coffee-To-Go am Abgrund

Klappe, und Action!
 
Vorm Anfang vorab: Diese Kolumne ist kein Geschreibsel, das, um den Lesern zu gefallen, nur an der Oberfläche der gesellschaftlichen Wirklichkeiten herumkratzt, wie ein Croissant, das in den abgründigen Tiefen des Coffe-To-Go herumrührt, sich mit Flüssigkeit vollasugt und schließlich in den Händen eines hippen Post-Hippie-Handlangers der Konsumgesellschaft irgendwann einfach zerbröselt. Zu Staub zerfällt. Verschwindet.
 

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