Polnische Aktholiken und verrückte Kaiser
Schöne Körper, Heldenmut, eine bombastische Kulisse und jede Menge Massenszenen. Ein Aufwendiger Sandalenfilm bietet eigentlich alles, was ein unterhaltsamer Film bieten muss. Ben Hur, Quo Vadis, Cleopatra, und Gladiator sind nur einige der monumentalen Streifen, die Generationen von Kinobesuchern unterhalten haben.
In dieser neuen Rubrik werden wir unseren Lesern jeden Monat einen Sandalenfilm vorstellen. Bei einigen dieser Filme wird es sich um unterhaltsame und gutgemachte Filme handeln, bei anderen um eher lächerliche Produktionen, die dennoch ihr Publikum fanden. Schwächen in Authentizität und historischer Präzision verzeiht man gutgemachten Streifen gern. Eine schwache Geschichte und schlechte Darsteller sind jedoch nicht so einfach zu verzeihen, wie historische Ungenauigkeiten. In dieser Rubrik werden wir uns auch mit diesen Filmen beschäftigen. Neben Filmen wie Spartacus, Quo Vadis, Ben Hur und Gladiator, werden hier auch Artikel zu Kuriositäten wie Der Kampf um Troja, Herkules, Maciste, Jason und anderen Filmen dieser Kategorie zu lesen sein. Die Steve Reeves Fangemeinde wird also nicht zu kurz kommen.
Beginnen wir am besten mit einem sehr bekannten und erfolgreichen Sandalenfilm. Mit der 1951 erschienenen Verfilmung des Henryk Sienkiewicz Romans, schuf Regisseur Mervyn Le Roy einen der bekanntesten Historienfilme der Filmgeschichte. Quo Vadis überzeugt weniger durch seine pathetische Geschichte um frühchristliches Märtyrertum und die Liebe eines ungleichen Paares, sondern durch eine für die frühen 1950er Jahre sehr aufwendige Kulisse und einem genialen Peter Ustinov in der Rolle des Nero.
Die pathetische Geschichte und die historischen Fehler sind dabei nicht den Machern des Films, sonder der Romanvorlage zuzuschreiben. Sienkiewicz lässt seinen Nero beispielsweise in einer Arena (Kolosseum) wirken, die erst einige Jahre nach seinem Tod errichtet wurde. Die christlichen Martyrien folgen wohl auch eher der christlichen Überhöhung der Leiden der frühen Christenheit, als historischen Fakten.
Über solche Details kann man bei diesem Film jedoch getrost übersehen. Le Roy ist ein sehr unterhaltsamer, bunter und technisch aufwendiger Film gelungen, der darüber hinaus durch einen geniale Peter Ustinov überzeugt. Seine Darstellung Neros bedient nicht nur die Erwartungen des Publikums an einen dekadenten Römischen Kaiser, sonders gibt dem Film auch eine latent humoristische Note.
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