Seit einigen Tagen sitzt der polnisch-französische Regisseur Roman Polanski (76) schon in schweizerischer Abschiebehaft. Der Fall sorgt seit mehr als drei Jahrzehnten für Furore.Über die Hintergründe wurde in den Vergangenen Tagen hinreichend berichtet (auch hier). ich Möchte an dieser Stelle über die beiden Betroffenen Menschen sprechen.
Sowohl Täter (Roman Polanski) als auch Opfer (Samantha Geimer) werden seit nunmehr 32 Jahren nicht los. Dieser Fall hat viele Facetten; Moralische, juristische, menschliche und kulturelle.Betrachtet man die Aussagen der beteiligten Akteure, sowie der Medienwelt, merkt man schnell, dass verschiedene Weltanschauungen und Interessen eine Rolle spielen. Vertreter der Medienlandschaft ordern oft eine Einstellung des Falles, US- Politiker stehen hinter ihren Behörden, die europäische Politik ist sich uneins und Juristen geben auch kein einheitliches Meinungsbild.
Die kalifornische Justiz will den Fall definitiv nicht ad acta legen und hat daher bereits 2005 einen internationalen Haftbefehl erwirkt. Die beiden lautesten Verfechter einer Verfahrenseinstellung sind natürlich Polanski und ungewöhnlicher weise das Opfer (Samantha Greimer) selbst.
Es ist diese Tatsache und nicht nur die Prominenz Polankis, die den Fall meines Erachtens so besonders macht. Greimer sagte dazu,sie glaube, dass Polanski und sie beide lebenslänglich bekommen hätten. Traurig ist, dass es den kalifornischen Behörden nicht um Gerechtigkeit, sondern um PR und die Karrieren einiger Juristen zu gehen scheint. Ein Beispiel dafür ist Richter Laurence Rittenband der so genannte Judge of the Proms. Rittenband hat 1977 den Fall wieder aufgerollt, nachdem er schon ein Urteil gesprochen und Polanski seine Strafe verbüßt hat.Der Verdacht der Geltungssucht ist bei diesem Richter nicht auszuschließen.
Erschreckend ist bei diesem Spektakel die Rolle des Opfers, das sich im Gegensatz zu anderen Akteuren (ausgenommen Polanski und seiner Unterstützer) weder eine Fortsetzung des Verfahrens, noch die immer wiederkehrende Vorführung ihres Leides in der Öffentlichkeit wünscht.
Wichtiger als die Forderung nach Polanskis Freilassung ist daher, die Befreiung Samantha Geimers!



